Let's Get Loud: Abigala 2017

Man könnte Jahrgangsstufen gut mit einem Orchester vergleichen. Es gibt die Lauteren und die Leiseren, Dissonanzen und Harmonien, aber letztlich ist jeder für den Gesamtklang unverzichtbar. Der letzte gemeinsame Auftritt der Abiturienntinnen und Abiturienten des Jahres 2017 war die Abigala, die in der Stadthalle Mühlheim stattfand.

Abigala 2017

Die Stufe am Ende der Gala (mehr Fotos gibt es in dieser Bildergalerie)

Finn Kirschbaum, Leon Neumann und Nick Pitzke führten mit einer lockeren, selbstbewussten Moderation durch den Abend. Schulleiter Dr. Michael Gasse eröffnete die Reihe der Reden und erinnerte die Abiturientinnen und Abiturienten an den gemeinsam beschrittenen Weg. In Stufe 9 habe es so große Probleme gegeben, dass die Schule für die Stufe eigens Orientierungstage eingeführt hatte. Und nun habe die Stufe mit 2,31 einen Abitur-Durchschnitt erzielt, der noch ein wenig über dem des letzten Jahrgangs liege. Er lobte das Engagement der Stufe an der Schule, etwa im Sprachpartner-Programm für die Schülerinnen und Schüler der Willkommensklasse, in dem dieser Jahrgang besonders stark engagiert war.

Abigala 2017

Moderatoren Nick, Finn und Leon

Abigala 2017

Schulleiter Dr. Gasse

Für die Stadt erinnerte Ulrich Kowalewski daran, dass in der Schulzeit Noten und Zahlen nicht alles sind. So sei das Gymnasium für viele auch der Ort ihrer ersten Liebe. Die Stufenleiter Valentin Hoffmann und Angela Vogel gaben ihren Abiturientinnen und Abiturienten ein paar lateinische Sprichwörter mit auf den Weg, die sie auf ihre Stufe bezogen: „Per aspera ad astram“ („Mit Anstrengung zu den Sternen“) stehe für den nicht immer einfach Weg zum Abitur; „Carpe diem“ („Genieße den Tag“) hingegen müsse man manchen nicht eigens erklären, dürfe aber keinesfalls in Vergessenheit geraten.

Nachdem die Abiturientinnen und Abiturienten zu Musikstücken ihrer Wahl die Abiturzeugnisse erhalten hatten, ehrten Schul- und Stufenleitung einige Schülerinnen besonders: Marena Richter und Mira Fries hatten ihr Abitur jeweils mit der Traumnote 1,0 abgelegt. Für Bestleistungen in Chemie ehrte Herr Strutz Anna Luisa Bauer, Melanie Golomb, Dana Küther und Marena Richter. Die Leistungskurse wiederum verabschiedeten sich mit Geschenken von ihren Lehrerinnen und Lehrern.

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Zeugnisverleihung (mehr Bilder)

Abigala 2017

Ehrung der besten Chemikerinnen

Von Seiten der Schülerinnen und Schüler gab es in diesem Jahr keine Rede, dafür glänzten sie mit musikalischen und tänzerischen Beiträgen. Pauline Spehl (Gesang) und Anna Hartkopf (diesmal Klavier) erinnerten das Publikum mit „You've Got a Friend“ daran, was für ein Verlust der Weggang der Q2 für Konzerte wie Kultur vom Stein, vor allem die Vokalensembles ist. Passend zur Reifeprüfung begeisterten Emilia Kobas und Nicola Voss das Publikum mit einem Tanz zu „Mama, ich bin nicht mehr klein“. Aber das war nicht der einzige Coup der beiden Tänzerinnen. Zusammen mit Laura Schreiber und Yamina Sauer setzten sie als Choreographinnen ganz neue Maßstäbe für das traditionelle Männerballett. Die tanzenden Abiturienten ließen vergessen, dass das Männerballett ursprünglich eine humoristische Veranstaltung war, die die angebliche männliche Tanzunfähigkeit belegen soll. Stattdesen heizten sie dem Publikum mit zwei sehr respektablen Tanz-Acts ein.

Abigala 2017

Emilia und Nicola tanzen im 60er-Jahre-Look.

Abigala 2017

Männerballett (mehr Bilder)

Zweimal durfte das Publikum in die Vergangenheit der Stufe reisen: Alina Dahmen hatte eine großartige Fotogalerie zusammengestellt, die wie eine sehr buntes und anschauliches Geschichtsbuch den Weg der Abiturientinnen und Abiturienten durch die Schulzeit illustrierte. Außerdem sah das Publikum ein Video des Sechserkonzerts von 2011, bei dem die gesamte Stufe Jennifer Lopez' „Let's Get Loud“ aufgeführt hatte. Am Ende kamen alle Abiturientinnen und Abiturienten auf die Bühne und sangen das Lied ein letztes Mal zusammen, wobei allerdings hörbar wurde, dass die sängerische Lernkurve nicht bei allen so steil war wie bei Anna, Chiara, Elena und Pauline.

Schlusspunkt des Abends war aber nicht der gemeinsame, feierliche Auftritt, sondern ein Video des sog. „Asi“-Tages der Mottowoche, in dem sich in erster Linie eine kleine Gruppe von Jungs mit Baseballschlägern und Trainingshosen inszenierte. Eine Stufe mit so vielen verschiedenen Stimmen, Dynamiken und Ensembles, mit so vielen starken jungen Frauen überließ am Ende die Bühne einer Gruppe lautstarker männlicher Solisten und blieb in ihrer Mehrheit stumm. Für die Zukunft bleibt zu wünschen, dass auch die leise Gebliebenen getreu dem Motto „Let's Get Loud“ noch stärker ihre Stimme heben.

Text: Ch. Weiß

Fotos: Jana K., Q1

Abigala 2017