Der „Tag der Pressefreiheit“ – aktuelles Thema am FvS

Pressefreiheit

Letzten Freitag, den 3. Mai, bekam unsere Klasse 9c Besuch. Frau Wittka hatte uns vor einigen Tagen erzählt, dass sie für den Tag der Pressefreiheit eine besondere Überraschung für uns habe. In Politik und Geschichte hatten wir mit ihr und auch mit Herrn Wrzeniok über die Themen Demokratie, Pressefreiheit, Grund- und Menschenrechte gesprochen. Die angekündigte „Überraschung“ stellte sich dann als zwei junge JournalistInnen heraus:

Nina Bärschneider, die selbst Schülerin am FvS war und hier 2013 ihr Abi gemacht hat, und Martin Lechtape. Auf dem Selfie sind mit man die zwei im Vordergrund. Beide haben u.a. an der Journalistenschule Köln studiert und waren nun gekommen, um am Tag der Pressefreiheit einen Vortrag zum Thema Fake News zu halten.

Nach den gewöhnlichen technischen Problemen mit dem Beamer ging es auch schon los.

Die erste Frage wurde gestellt: Was bedeutet Pressefreiheit? Wir wurden uns schnell einig: Pressefreiheit bedeutet die vom demokratischen Staat gewährte Möglichkeit, unzensiert eine eigene Meinung und damit auch Kritik am Staat, an staatlichen Unternehmen etc. äußern zu dürfen, ohne Gefahr zu laufen, in Schwierigkeiten zu geraten. Außerdem geht sie Hand in Hand mit der Meinungsfreiheit, denn man kann schreiben und sagen, was man für wichtig hält. Das Problem dabei ist nur, dass sich eine Meinung schnell in eine Behauptung verwandeln kann, von der andere Leute glauben, sie sei eben ein Fakt. So entstehen viele Fake-News.

Zu diesem Thema haben wir anschließend ein kleines Spiel gespielt. Die Klasse wurde in zwei Gruppen aufgeteilt, die sich beide in einer Reihe aufgestellt haben. Dem ersten in der Schlange wurde eine kurze Nachricht gegeben, die er seinem Nachbarn ins Ohr flüstern sollte. Der Nachbar gab die Nachricht weiter, veränderte aber ein Detail, und das tat der Nächste in der Schlange auch, bis am Ende eine völlig neue Meldung entstanden war. Die Anfangsnachricht handelte davon, dass die Proteste am Tag der Arbeit friedlich verlaufen seien. Als die Meldung die Schlange passiert hatte, hieß es auf einmal, dass am Tag der Pressefreiheit 5000 Menschen von Polizisten verprügelt worden seien. Es wurde sehr deutlich, wie schnell Fake News entstehen können.

Als wir uns wieder hingesetzt hatten, wurde uns erklärt, wie wir Fake News auf Plattformen wie Twitter und Facebook in drei Schritten erkennen können. Quellenkritik – Faktencheck - Bildrecherche:

Zuerst sollte man darauf achten, ob das Profil, das die Nachricht gesendet hat, seriös ist - ein blauer Haken ist meistens ein Zeichen dafür. Man kann auch die Überschrift des Artikels im Internet suchen und schauen, was dort angezeigt wird. Zuletzt ist die Bildrecherche eine Möglichkeit zur Überprüfung: Man schaut mit Hilfe der Google-Bildersuche nach ähnlichen oder gleichen Bildern, um sich die dazugehörigen Meldungen durchzulesen. So kann man feststellen, ob das Foto überhaupt zu dem Bericht gehört/ passt.

Als krasses Beispiel für den Missbrauch eines Fotos in der Presse zeigten Nina und Martin uns ein Bild, auf dem viele Asylbewerber mit gut gefüllten Essenstellern zu sehen waren. Der Zeitungsbericht dazu handelte davon, dass die Asylanten viel mehr finanzielle Zuschüsse für ihr tägliches Essen bekämen als jeder andere. In Wirklichkeit aber handelte es sich um ein Foto von einem kleinen Fest, bei dem Flüchtlinge ihre ehrenamtlichen HelferInnen bekocht hatten, um sich zu bedanken. Das Bild zeigte sie dabei, wie sie die Teller ihrer Gäste füllen!

Die nächste Frage hieß: Worauf muss ich selbst beim Texteschreiben achten?

Die Antwort lautete: Wichtig ist es, mindestens zwei Quellen zu haben, eine Gegenstimme zu berücksichtigen, keine Gerüchte zu verwenden und Fehler zuzugeben.

Damit war der kleine Vortrag und unsere ungewöhnliche Schulstunde auch schon fast vorbei. Wir konnten zum Schluss zum Beruf des Journalisten noch ein paar Fragen stellen: Wie wird man eigentlich Journalist, wie sieht der Alltag eines Journalisten aus, was passiert, wenn man einmal einen falschen Fakt verwendet hat und wie gefährlich leben Journalisten, die über Menschenrechtsverletzungen aufklären?

Dann flitzten unsere jungen JournalistInnen auch schon weiter in die Klassen 8b und 8c von Frau von Gaertner und Frau Groß, die sich gerade mit dem Thema „Zeitung“ beschäftigen, um dort ebenfalls ihren Vortrag zum „Tag der Pressefreiheit“ zu halten und über Fake News sowie die Bedeutung seriöser journalistischer Arbeit aufzuklären.

Lioba Cremer, 9c

 

Nina Bärschneider, Wirtschaftsredakteurin bei wortwert

Martin Lechtape, freier Journalist für Politik und Wirtschaft, z.B. für bento (Spiegel Online)

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