Austausch Legnago- Rösrath 2019: Italienisches Tagebuch

Legnago AustauschTag 1: Wir flogen am 8. März 2019 vom Köln/Bonner Flughafen etwa eine Stunde und 30 Minuten bis nach Bologna, wo wir kurz eine freie Zeit hatten, aber die nächste Hürde stand schon voraus. Denn die Bahnen streikten in Italien und wir mussten noch nach Legnago. Schließlich sind wir um 15:00 in eine Bahn gestiegen, die uns zwar nur bis Rovigo brachte, aber schon waren wir ein Schritt näher an unser Ziel angelangt. Schließlich stiegen wir also in Rovigo um und kamen mit zwei Stunden Verspätung, um 17:30, am Bahnhof von Legnago an. Dort teilte man uns die Austauschpartner/innen zu und ab ging es zur Gastfamilie.

 

Tag 2: Am zweiten Tag sollten wir die Schule besuchen, aber nicht sofort am Unterricht teilnehmen, sondern die Schule erst einmal kennenlernen. Dafür mussten wir um spätestens 7:45 erscheinen. Zunächst hörten wir eine Begrüßung vom Schulleiter und bekamen kleine Gastgeschenke, wie zum Beispiel einen Block. Als nächstes wurden uns verschiedene Räume gezeigt, wobei man darauf achten muss, dass es eigentlich 2 Schulen sind. Denn die eine ist in Legnago, die andere ist nur einen Kilometer von der anderen entfernt in Porto, die auf der anderen Seite des Flusses liegt. Die Schule auf der Porto-Seite hat sich auf Naturwissenschaften präzisiert und die Schule im Zentrum von Legnago unterrichtet die restlichen Fächer. Anschließend haben wir ein kurzes Kennenlernspiel gespielt, wo jeder ein Gegenstand vorstellen sollte, das ihr/ihm wichtig ist.

Kurz danach machten wir uns schon auf den Weg ins Rathaus, denn dort sollten wir eine standesamtliche Trauung miterleben.

Nach der Trauung ging es mit der Bahn nach Montagna, eine Stadt mit besonderen mittelalterlichen Bauwerken. Die Stadt ist von einer Mauer umringt, die heute noch größtenteils sichtbar ist. Es sind 24 Türme in der Mauer zu erkennen und dazu zwei Eingangsmöglichkeiten, die mit einer zusätzlichen Festung geschützt sind. Dort wurden uns von einem Kunstgeschichtslehrer die Besonderheiten der Stadt erklärt. Alle Türme sind fünfeckig, außer den Türmen, die in eine bestimmte Himmelsrichtung ausgerichtet sind, die nämlich in rechteckiger Form errichtet worden sind. Dies ging bis 16:00, danach durften wir uns eine Stunde in der Stadt frei bewegen und um 17:00 ging es dann zurück nach Legnago. Dort wurden wir den Familien übergeben und die restliche Freizeit durften wir selber gestalten.

 

Tag 3: Dies war ein Sonntag, an dem wir in den Familien blieben und den Tag frei gestaltet haben. Ein Großteil der Gruppe fuhr zum Gardasee.

 

Tag 4: Am Montag fing die Schule um 7:45 an. An diesem Tag haben wir am Unterricht teilgenommen. Dafür wurden wir in Gruppen eingeteilt, die unterschiedlich groß waren. Anschließend haben wir aufmerksam am italienischen Schulunterricht teilgenommen.

Außerdem wurden wir noch in zwei unterschiedliche Gruppen eingeteilt, die zu zwei unterschiedlichen Zeiten das Teatro Salieri in Legnago besuchten und kurz hinter die Kulissen schauen durften. Anschließend haben wir mit den Austauschpartnern Mittag gegessen und nach dem Essen eine Stadtrallye durch Legnago gemacht. Dabei haben wir vieles über die Stadt erfahren und eine bessere Orientierung bekommen. Um 16:00 sind wir mit der Rallye fertig geworden und durften den Rest des Tages frei gestalten.

 

Tag 5: Am Dienstag sind wir mit dem Bus 1 Stunde und 40 Minuten nach Venedig gefahren. Dort angekommen haben wir erst einmal den People Mover genommen um dem Zentrum ein bisschen näher zu kommen. Wir fuhren bis zur Endstation, ab dem Punkt konnte man sich nur noch zu Fuß oder mit einem Boot durch die Stadt bewegen.

Für ein paar schöne Fotos sind wir für eine kurze Strecke am Canal Grande in eine Gondel gestiegen. Am Ziel angekommen wurden wir von den Austauschpartnern zu einem historisch wichtigen und typisch italienischen Theater geführt. Hierbei handelte es sich um das „Teatro La Fenice“. Dort haben wir eine Führung durch das Theater erhalten. Das Teatro, mit vollem Namen Gran Teatro La Fenice di Venezia, ist das größte und bekannteste Opernhaus in Venedig. „La Fenice“ bedeutet im Deutschen „Phönix“ und sagt bereits sehr viel über das Opernhaus aus. So berühmt das Teatro La Fenice in der Welt ist, so leidvoll gestaltete sich auch seine Geschichte. Bereits 1773 brannte der Vorgängerbau bis auf die Grundmauern nieder und an seiner Stelle wurde 1792 das Teatro La Fenice errichtet. Phönix war sozusagen aus der Asche gestiegen – jedoch nur kurz, denn 1836 brannte das Opernhaus erneut und wurde bereits ein Jahr später im neoklassizistischen Stil wiederaufgebaut. 1996 brannte es im Teatro La Fenice wieder und das ehrwürdige Gebäude wurde bis auf seine Grundmauern erneut zerstört. 2003 konnte es nach jahrelanger originalgetreuer Rekonstruktion wiedereröffnet werden – ein wahrer Phönix also!

Anschließend hatten wir eine Stunde Freizeit und konnten die wundervolle Stadt selber erkunden.

Danach haben wir einen Einblick in die Basilica di San Marco bekommen. Hierbei handelt es sich um den weltberühmten Markusdom, der am Markusplatz errichtet wurde. Ursprünglich gebaut wurde die ehemalige Palastkapelle des Dogen Mitte des 9. Jahrhunderts, als Seefahrer die Reliquien des heiligen Markus nach Venedig brachten. Von da an gewann die Markuskirche stetig an Bedeutung und wurde von den Dogen gefördert und ausgebaut.

Um etwa 16:30 war der Ausflug nach Venedig dann zu Ende und wir fuhren zurück nach Legnago.

Legnago Austausch 

Tag 6:  Nachdem wir die ersten zwei Stunden in der Schule verbracht und im Unterricht mitgearbeitet hatten, ging es um 9:30 gemeinsam mit den Austauschpartnern nach Mantova.

Dort angekommen besichtigten wir den Palazzo Ducale. Die Gebäude sind durch Korridore und Galerien verbunden. Zum Palast gehören auch Innenhöfe und Gärten. Der Palast umfasst etwa 500 Räume auf ca. 34.000 m² Fläche. Besonders berühmt ist der Palast nicht nur wegen Andrea Mantegnas Fresken im Hochzeitszimmer des Castello di San Giorgio, einem zum Baukomplex dazugehörigen freistehenden Gebäude, sondern auch wegen vieler weiterer architektonischer und künstlerischer Ausstattungen. Nach dem Besuch haben wir etwa eineinhalb Stunden Freizeit bekommen.

 Zunächst besuchten wir nach der Pause den Domus Nova, wo Herr Erlacher uns ein bisschen zum Dom erzählt hat, wie zum Beispiel, dass die Reliquien von Jesus dort aufbewahrt werden, die am Karfreitag der Öffentlichkeit gezeigt werden. Um 16:30 ging es dann zum Bus, mit dem wir dann zurück nach Legnago fuhren.

 

Tag7: Erneut verbrachten wir ersten beiden Stunden in der Schule.

Um 9:30 ging es dann los Richtung Verona, die „Stadt der Liebe“, die wir nach 45 Minuten Fahrt erreichten.

Dort angekommen besichtigten wir das berühmte Amphitheater (Platz für 30.000 Zuschauer), das von vielen Touristen „Colloseum“ genannt wird, obwohl es nur ein Colloseum gibt, das sich bekanntlicherweise in Rom befindet. Dort machten wir viele Fotos und verbrachten eine kurze, aber schöne Zeit im Amphitheater. Anschließend wollten wir den „Torre dei Lamberti“, einen im Zentrum der Stadt liegenden Turm, besichtigen. Doch es gab Renovierungsarbeiten und der Turm war nur am Wochenende geöffnet. Da es Donnerstag war, konnten wir ihn leider nicht von innen sehen.

Anschließend hatten wir eine Stunde Freizeit. Nach der Freizeit haben wir eine Führung durch die Stadt Verona bekommen, bei der wir viele Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel den Marktplatz in Verona, die Hauptstraße, die viele römische Städte verbunden hat, und den Balkon von Julia, der Geliebten Romeos, sahen.

Danach hatten wir Freizeit, um zu essen und die Stadt zu besichtigen. Am Abend trafen wir uns mit den Lehrer/innen um acht Uhr in einem Restaurant in Legnago, wobei wir sehr viel Spaß hatten und viel zu viel aßen. Nach dem Essen wurden die Ergebnisse der Stadtrallye ausgewertet und ein Quiz über die vergangene Woche gemacht.

 

Letzter Tag: Am letzten Tag streikte erneut die Bahn, weswegen wir aber den Flug nicht verpasst haben. Wir hatten sogar Zeit, um erneut in Bologna eine Stunde Pause zu machen, bevor es mit dem Bus zum Flughafen ging.

 

Da uns der Aufenthalt so viel Spaß gemacht hat, freuen wir uns schon sehr, dass wir unsere Freunde/innen schon bald in Deutschland wiedersehen. Und ihnen einen mindestens so amüsanten und phänomenalen Aufenthalt bieten.

 

Bericht: Huba Pathi (EF)

Bilder: Lena Basteck (EF)