Auf der Suche nach Europa: Brüsselfahrt der 9a

Es ist in den Zeiten von Trump und Brexit nicht immer leicht zu sagen, was Europa ausmacht. Die Klasse 9a ist auf ihrer Abschlussfahrt nach Brüssel gefahren, um dieser Frage ein Stück weit auf den Grund zu gehen.

Brüsselfahrt

Die 9a vor dem Gebäude der Europäischen Kommission

Ein Gesicht Europas fanden die Schülerinnen und Schüler der 9a im Europaviertel, wo zwischen glitzernden Bürogebäuden Anzug tragende EU-Beamte dafür Sorge tragen, dass die Institutionen der Europäischen Union ihre Arbeit tun. Im Rollenspiel des Parlamentariums hat die Klasse erfahren, wie frustrierend, aber auch wie spannend Europapolitik sein kann. Jeder Vorschlag, jede Idee ist hier zum Scheitern verurteilt, wenn sie nicht mit allen anderen abgestimmt wird. Am Ende haben die Schüler-Parlamentarierinnen und Parlamentarier nach langen Debatten aber einen Kompromiss gefunden, von dem sich die reale Europapolitik vielleicht eine Scheibe abschneiden kann.

Simulation einer Parlamentsdebatte

Simulation einer Parlamentsdebatte

Abendessen in der Frittenbude

Abendessen in der Frittenbude

Eine andere europäische Erfahrung war für uns das Nachbarland Belgien, dessen Kultur uns Deutschen zugleich fremd und vertraut ist. Sehr schnell haben wir uns mit der belgischen Küche, den Fritten, Waffeln und der Schokolade angefreundet. Zu den Höhepunkten der Fahrt gehörten unser gemeinsames Abendessen in einer Frittenbude und das Picknick im Parc Léopold, für das wir einer staunenden Supermarktkassiererin den Rest der Klassenkasse und Waren für 210 Euro aufs Band legten.

Ein europäisches Erlebnis der besonderen Art war unser Brüsseler Abend, auf den ausgerechnet das WM-Halbfinale zwischen Frankreich und Belgien fiel. Wir haben uns sehr schnell vom WM-Fieber anstecken lassen und zogen mit belgischen und französischen Fahnen, schwarz-gelb-roter und blau-weiß-roter Kriegsbemalung durch die Innenstadt. Dass wir als deutsche Schulklasse wegen unserer patriotischen französischen Austauschschülerin mitten in Belgien von einem französischen Fernsehteam entdeckt wurden und in die französischen Abendnachrichten kamen – das muss dieses Europa sein, das viele zur Zeit so verzweifelt suchen.

Ch. Weiß

Brüsselfahrt